Wassermusik NEU
Wassermusik – Eine Kantate über die Schöpfung, Aggregatzustände und das Mysterium der Trinität (45′)
Für Kinderchor, Sprecher, Klavier, Orgel, Percussion und Geräuscherzeuger // Auftragskomposition der Hamburger Kinder- und Jugendkantorei (2015)
Inhalt
Das Element Wasser ist wie kaum ein anderes mit dem Leben verbunden. Wasser ist nicht nur Lebensbedingung, sondern auch Chiffre für Ganzheit, Lebendigsein und Schöpfung. Anhand des Wassers kann uns immer wieder klar werden, dass wir nicht durch uns selbst sind. Gott tritt auf den Plan. Das Nachdenken über Gott hat zu vielen tiefgehenden und komplexen Vorstellungen geführt. Ein zentraler Begriff ist der trinitarische Gott. ER ist Vater, Sohn und Heiliger Geist. Diese Vorstellung entgleitet leicht unserem „Verstehen“. Hier kann Wasser eine starke und helfende Chiffre sein: in seinen drei Aggregatzuständen verändert es sich grundsätzlich in seinen Eigenschaften, bleibt aber stets derselbe chemische Stoff H2O.
In der „Wassermusik“ wird diese Chiffrenfähigkeit von Wasser als Ausgangspunkt genommen, um von der Schöpfung und dem Schöpfer, von Wasser in seinen Aggregatzuständen und der damit verbundenen Selbst- und Weltwahrnehmung und von der Vorstellung eines trinitarischen Gottes zu erzählen.
Eine Einführung für Erwachsene gibt es hier
Eine Einführung für Kinder gibt es hier
Das Stück kommt ohne szenisches Spiel und mit wenig technischen Aufwand aus. Zur Begleitung genügt ein Klavier (professionelles Niveau, an einigen Stellen auch Orgel) und Percussion (hier reicht ein Schülerniveau). Durch den kreativen Einsatz vielfältiger Geräuscherzeuger und verschiedenen, sinnlichen Darstellungen von Wasser werden die Chorkinder eingebunden und der Kirchenraum auf besondere Weise bespielt.
Trailer
“Ein beeindruckendes, einnehmendes Spektakel voller kreativer Kraft.”
(Cellesche Zeitung)
“Rund 250 Zuschauer waren restlos begeistert.“
(Oberhessische Presse, Marburg)
“Ein Konzert für die Sinne”
(Generalanzeiger Bonn)
Aufführungen (unvollständige Liste)
27.06.2026: Göttingen, St. Paulus
06.09.2025: Föhren, Pfarrkirche
12.07.2025: Schleswiger Dom
15.06.2025: Trittau
08.09.2024: Hürth, evangelische Kirche
16.06.2024: Besigheim, Stadtkirche
09.06.2024: Troisdorf, Johanneskirche
26.05.2024: Bielefeld, Epiphaniaskirche Vilsendorf
05.05.2024: Wuppertal, Auferstehungskirche (Elberfelder Mädchenkurrende)
04.05.2024: Wuppertal, Auferstehungskirche (Elberfelder Mädchenkurrende)
24.04.2024: Mannheim, St. Johannis
04.11.2023: Elze, Kirche
14.10.2023: Köln, Herbstsingwoche
22.01.2023: Bremervörde, St. Liborius
25.06.2022: Kleinmachnow, ev. Dorfkirche
20.09.2022: Maikammer, kath. Kirche
20.09.2020: Kempen (VERSCHOBEN wg. Corona)
13.09.2020: Krefeld (VERSCHOBEN wg. Corona)
28.06.2020: Leipzig (VERSCHOBEN wg. Corona)
21.06.2020: Mannheim, ev. Vogelstang-Gemeinde (VERSCHOBEN wg. Corona)
21.06.2020: Troisdorf, Stadtkirche (VERSCHOBEN wg. Corona)
20.06.2020: Mannheim, ev. Vogelstang-Gemeinde (VERSCHOBEN wg. Corona)
07.06.2020: Gießen, Johanniskirche (VERSCHOBEN wg. Corona)
07.06.2020: Waren (Müritz), St. Georgen (VERSCHOBEN wg. Corona)
24.04.2020: Neubrandenburg, St. Johannis (VERSCHOBEN wg. Corona)
26.01.2020: Göttingen, Corvinuskirche (Göttinger Knabenchor)
27.10.2019: Wernigerode, Sylvestrikirche
28.10.2019: Wernigerode, Luthersaal
29.09.2019: Landkirchen/Fehmarn, ev. Kirchengemeinde St. Petri
07.09.2019: Walsrode, ev. Kirchengemeinde, Klangnacht
23.03.2019: Iserlohn, Kinder- und Jugendkantorei der Obersten Stadtkirche
31.03.2019: Oldenburg in Holstein
10.03.2019: Burg auf Fehmarn, Aufführung im Gottesdienst
09.03.2019: Burg auf Fehmarn, Konzert im Rahmen des Kreiskinderchortages
20.10.2018: Versöhnungskirche Stuttgart-Degerloch
22.09.2018: Westerstede, Kirchenmusiktage
22.09.2018: Bad Segeberg, Marienkirche
15.09.2018: Oldenburg, St. Ansgari
22.06.2018: Berlin, Gethsemanekirche
13.05.2018: Backnang, Kath. Kirche St. Johannes
25.02.2018: Rheinbach, ev. Kirche
18.06.2017: Hamburg-Hamm, Philippuskirche
21.05.2017: Hannover-Linden, Ev. Kirche
21.05.2017: Celle, Stadtkirche
18.09.2016: Sasel, Ev. luth. Kirchengemeinde
17.09.2016: Sasel, Ev. luth. Kirchengemeinde
04.09.2016: Marburg, Elisabethkirche
03.07.2016: Koeln-Junkersdorf, Dietrich Bonhoeffer Kirche
17.04.2016: Lüneburg, St. Nicolai
11.10.2015: Hamburg, Hauptkirche St. Katharinen
10.10.2015: Hamburg, St. Petri (Hamburger Kinder- und Jugendkantorei)
Rezensionen
“Ein beeindruckendes, einnehmendes Spektakel voller kreativer Kraft.“
(Cellesche Zeitung)
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Wassermusik: Spektakel voller kreativer Kraft
(Cellesche Zeitung vom 26.05.2017)
Es tropft, es plätschert, es brandet und rauscht – ein lautmalerisches Klangspiel: „Wassermusik“ in einer vollbesetzten Celler Kirche. Die Neustädter Kirchengemeinde hatte zu diesem außergewöhnlichen und sehr faszinierenden Konzert mit und von Daniel Stickan eingeladen. Dem Lüneburger Komponisten standen unter der Gesamtleitung von Claudia Griesser, Kantorin der Stadtkirche, rund 60 junge Mitwirkende zur Seite: die Kinder- und Jugendkantorei der Celler Stadtkirche, der Kinderchor der Christuskirche Westercelle sowie die Chorklasse 5 des Gymnasiums Ernestinum. Musikalische Unterstützung an den Perkussionsinstrumenten kam außerdem von Markus Riemann. Für das gesprochene Wort war Friedrich Hauschildt zuständig.
Man sah den energiegeladenen Mädchen und Jungen in den blauen Shirts sofort die Begeisterung für dieses Projekt an. Frühlingshaft zart – ein verspieltes Säuseln und Plätschern im Ohr – begann die Eröffnung dieser „Kantate über Schöpfung, Aggregatzustände und das Mysterium der Trinität“. Das Thema Wasser zog sich durch das gesamte Konzept. Stickan setzte die drei Aggregatzustände dieses Elements in Beziehung zur Trinität Gottes (Gott-Vater, Sohn und Heiliger Geist). Und all das in Musik und Geräuschkompositionen eingefangen und dargestellt mit Watte und Federn, Eis in der Schale, Luftblubberblasen und Wassergeplätscher.
Die Konzertbesucher wurden im Jahreskreis vom Winter mit Eis und Schnee vom „Hellen Morgen“ mit ersten Flocken durch „wunderweiße Nächte“ in den Frühling mit Tauwetter und Vogelgezwitscher gezogen. Frühjahrsstürme mit himmlischen Sturzbächen und Windgebrause „fegen dir Wünsche aus Stirn und Haar“. Die hochdampfenden Wolken ziehen, wohin der Wind sie treibt. In Stickans Kantate treibt es sie hin zu Gott: Die Taufe Jesu im Jordan, das Mysterium der Trinität mit dem Versprechen „Wer durstig ist, soll zu mir kommen und trinken, ich will ihm geben vom Brunnen des lebendigen Wassers…“. Es war tatsächlich ein beeindruckendes, einnehmendes Spektakel voller kreativer Kraft. Ein toller Abschied vor allem für Kantorin Claudia Griesser, die Celle verlassen wird.
“Rund 250 Zuschauer waren restlos begeistert.“
(Oberhessische Presse, Marburg)
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Kinderchor besingt das Wasser
(Oberhessische Presse, Marburg, 05.09.2016)
Wasser, Wind, Eis: Mit der „Wassermusik“ brachte der Marburger Kinderchor am Sonntag ein sehr spannendes und anschauliches Musikstück in die Elisabethkirche. Rund 250 Zuschauer waren restlos begeistert.
Von Anfang an musste man die jungen Sängerinnen und Sänger des Marburger Kinderchors für ihr Engagement und ihre Konzentration bewundern.
Die Kinder sangen durchweg auswendig und alles klappte wie am Schnürchen. Hell und fröhlich sangen die jungen Nachwuchskünstler und zauberten einen runden und eingängigen Chorklang. Begleitet wurden sie vom Komponisten Daniel Stickan am Klavier, an der Orgel und am Clavichord. Nils Kuppe und Cosima Friedrich sorgten mit kleinen Gesten für den reibungslosen Ablauf des Konzertes.
Los ging es mit einem Lied über die Schöpfung des Wassers, dem ein wunderschönes Gedicht von Goethe zugrunde liegt. Der Schöpfungstext aus der Bibel wurde vorgelesen, und die Kinder spielten dazu, in der ganzen Kirche verteilt, auf kleinen Flöten. Sie imitierten die erwachenden, zwitschernden Vogelstimmen – ein toller und sehr wirkungsvoller Effekt.
Wunderschön klang auch das vertonte Gedicht von Rilke zum Thema Eis. Während der Chor sang, liefen einige Kinder durch die Reihen und warfen kleine Federn in die Luft, die den Schnee symbolisieren sollten. Sehr gekonnt gestaltete der Kinderchor dann das Lied „Und es fegen dir Wünsche aus Stirn und Haar“ nach Texten von Nietzsche. Dazu schwangen einige Kinder bunte Schläuche, mit denen sie das Heulen des Windes nachahmten.
Das Mysterium der Trinität von Gottvater, Sohn und Heiliger Geist besang der Chor in einem ernsten, meditativen Lied, in dem das Wasser als lebenspendendes Element auftauchte. Fröhlich gestimmt war dann wiederum der schlichte Epilog nach einem Text von Matthias Claudius. „Was nah ist und was fern, von Gott kommt alles her“, hieß es da.
Bis zum Schluss des rund einstündigen Konzertes lauschten auch die zahlreichen Kinder im Publikum gebannt und mit großer Aufmerksamkeit. Als der letzte Ton verklungen war, gab es langen, stürmischen Beifall, und natürlich musste der Chor noch eine Zugabe singen.
Der Marburger Kinderchor ist der einzige Kinderchor in Marburg außerhalb der Schulen. Mehr als 50 Kinder ab etwa sieben Jahren singen in drei Gruppen unter der Leitung von Bezirkskantor Nils Kuppe und Cosima Friedrich. Jedes Jahr singt der Marburger Kinderchor das Weihnachtsoratorium in der Elisabethkirche mit und tritt auch bei der Nacht der Chöre auf.
Zu seiner Chorarbeit mit den Kindern sagte Nils Kuppe: „Man kann gar nicht früh genug damit anfangen, Kinder mit dieser Musik vertraut zu machen.“ Und weiter ergänzte er: „Die Kinder haben die Wassermusik sehr gemocht.“
Der Komponist Daniel Stickan, geboren 1980, studierte an der Hamburger Hochschule für Musik und Theater künstlerisches Orgelspiel und Jazzpiano. Die Wassermusik hat er für ein Projekt an den beiden Hamburger Hauptkirchen geschrieben.
“Gott im Nebel, Eis und Regen. Daniel Stickan hat für Hamburger Kinder eine eigene Wassermusik geschrieben”
(Evangelische Zeitung)
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Gott im Nebel, Eis und Regen. Daniel Stickan hat für Hamburger Kinder eine eigene Wassermusik geschrieben
(Evangelische Zeitung 16.04.2017, Nr.15 NK)
Der Lüneburger Komponist Daniel Stickan begleitete die Hamburger Kinder- und Jugendkantorei durch das Projekt Wassermusik. Kinder blubberten im Taufbecken – und erfuhren spielerisch von der Trinitätslehre. Die CD zur Aufführung ist im Handel erhältlich. Catharina Volkert sprach mit dem Musiker.
Wie klingt Wasser für Sie?
Daniel Stickan: Vielfältig. Das hängt natürlich davon ab, in welchem Zustand sich Wasser befindet. Genau das ist das Thema der Wassermusik – die verschiedenen Aggregatzustände: Wasser kann fest sein oder flüssig, es kann rauschen. Die Brandung des Meeres tost. Wasser in der Luft wird zu Tropfen, die prasseln können. Eis knistert, Schnee knirscht. Nebel macht kein Geräusch mehr.
Wie nutzen Sie diese Geräusche in der „Wassermusik“?
Die Geräusche des Wassers waren eine schöne Zutat des Stücks. Die Kinder haben viel ausprobiert und etwa Schläuche in ein Wasserbecken gehalten und hineingepustet, um zu blubbern. Damit illustrierten sie die Taufe Jesu und sein Hineinsteigen in den Jordan.
Die Kinder sollten also Erfahrungen mit dieser Klangwelt sammeln?
Richtig. Wir haben die Kinder gefragt: „Wo kommt bei euch Wasser vor?“ Da haben sie erzählt, wie vielfältig die Erfahrung mit Wasser ist: Schwimmbad, Nordseeurlaub, Skifahren oder Regenbogen. Mit der Änderung des Wassers ändert sich ihre Sicht auf die Welt. Ich kenne das selbst von meinen eigenen Kindern – wenn es draußen schneit, sind sie in einem ganz anderen Modus.
Wie entstand die Wassermusik?
Zu Beginn stand nur das Thema: Wasser. Ich wollte auf keinen Fall ein Musical schreiben. Mein Stück ist eher eine Collage, die eine innere Dramaturgie hat, aber sich wenig festlegt. Ich mag es, wenn es mysteriös wird. Und ich glaube, dass das, was Kinder beschäftigt, auf einem Niveau liegt, auf dem man viel erzählen kann. Sie fragen nach Philosophie und Theologie.
Ist Ihnen das gelungen?
Ich habe natürlich gemerkt, dass meine Vorstellungen ganz anders sind als die der Kinder. Denn sie waren erst mal fasziniert von den offensichtlichen Dingen. Die Wasservögel, Tonpfeifen, die mit Wasser gefüllt waren, fanden sie ganz toll. Und sie fanden die Lieder sehr schön. Zum Glück, die Kinder haben ja die Texte auswendig lernen müssen. Sie können ja noch nicht nach Noten singen. Dann haben sie morgens am Frühstückstisch zum Erstaunen ihrer Eltern Goethe und Rilke rezitiert. Mir war es wichtig, dass die Texte auch für die Eltern anregend sind. Dafür braucht es eine gewisse Qualität.
Sie haben die Aggregatzustände fest, flüssig und gasförmig als Chiffre für die Trinität verwendet.
Das hilft, den trinitarischen Gott zu verstehen. Die Aggregatzustände stehen für verschiedene Wahrnehmungen Gottes als Vater, Sohn und Heiliger Geist. Und doch ist er eine Einheit. Zu dem Bild hat mich mein Schwager, ein Theologe, inspiriert. Ich mag das Bild, weil es einerseits sehr klar und andererseits auch sehr dynamisch ist.
Wie erklären Sie die Trinitätslehre anhand des Wassers?
Wir haben im Team mit den Theologen der Katharinenkirche diskutiert, wie deutlich die Grenzen dieser Denkfigur sein sollen. Der Geist als Wind – das ist eine etablierte Zuordnung. Aber wenn Gott Eis ist, dann sagt das nicht viel aus, höchstens im Hinblick auf Ewigkeit. Und die „Lebensfeindlichkeit“ von Eis passt auch nicht ins Bild. Eine klare Zuordnung haben wir deswegen vermieden. Gerade durch Eindeutigkeit verliert die Chiffre ja ihre Kraft. Sie soll nicht den „Gegenstand Gott“ erklären, sondern etwas lebendig machen, was hinter den Worten liegt.
Wofür steht das Wasser in der Bibel in Ihrer „Wassermusik“?
Das Stück fängt mit einer Frage ans Wasser an. Im ersten Lied heißt es: Wo kommst du her? Wo gehst du hin? Wenn man das weiterdenkt, folgt die Frage, wo das Wasser überhaupt herkommt. Und da hilft die Physik irgendwann nicht mehr weiter. Als Christen haben wir die Schöpfungsgeschichte. Es wird damit eine theologische Frage. Und im weiteren Sinn sagt Gott auch über sich selbst: „Ich will euch geben von dem Brunnen des lebendigen Wassers.“ Wasser, das ist Gott.
“Ein Konzert für die Sinne”
(Generalanzeiger Bonn)
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Ein Konzert für die Sinne
(Generalanzeiger Bonn 28.02.2018)
Kinderchöre der evangelischen Gemeinde Rheinbach interpretieren die “Wassermusik” von Daniel Stickan in der Gnadenkirche.
Eigentlich war es ein sonniger Sonntagnachmittag, aber in der evangelischen Gnadenkirche in Rheinbach plätscherte der Regen, der Wind pfiff und weiche Schneeflocken rieselten vom Gewölbe der Kirche herab. Im Rahmen der Konzertreihe “Musik in der Gnadenkirche” führten die Kinderchöre der evangelischen Kirchengemeinde Rheinbach die “Wassermusik” des zeitgenössischen Komponisten Daniel Stickan auf und ergänzten diese durch passende Lieder unter anderem von Goethe und Rilke.
Begleitet wurden sie von Klavier, Orgel und Percussion, sowie einigen überraschenden Spezialeffekten. So waren zwitschernde Vögel zu hören, Schnee fiel in Form von Watte auf die gut gefüllten Kirchenbänke herab und Wasser und Eiswürfel wurden in Gefäße gegossen und erzeugten die für Wasser typischen Geräusche. Die Besucher konnten das Wasser in seinen verschiedenen Erscheinungsformen beinahe sehen und fühlen. Kurze Vorträge, unter anderem aus der Schöpfungsgeschichte, verdeutlichten die Parallelen zwischen dem lebenswichtigen Element und dem Mysterium der Dreifaltigkeit Gottes. Denn Wasser ist die Grundlage allen Lebens und überall um einen herum zu finden. Es ist in der Atemluft, in den Wolken am Himmel und spürbar als Regen auf der Haut. Egal ob als einzelner Tropfen oder als Ozean, ob als Hagelkorn oder Schneeflocke – es handelt sich immer um denselben chemischen Stoff H2O. So gilt im christlichen Glauben auch Gott als Grundlage allen Lebens, der überall ist. Und egal, ob er in Form des Vaters, des Sohnes oder des Heiligen Geistes wirkt, es handelt sich immer um denselben Gott.
Komponist Daniel Stickan nähert sich dem Mysterium der Trinität Gottes, indem er Wasser als Metapher nutzte. Fließende Klavierpassagen, warme und kühle Klänge, mal sanft und mal laut – das macht seine “Wassermusik” aus. Und diese wurde von den Kinderchören mit viel Einfallsreichtum interpretiert. Geleitet wurde die Aufführung von Mascha Korn, an Klavier, Orgel und Percussion begleiteten Beate Riemer, David Witsch und Christian Smeets. Die Texte sprach Martin Groß.
So brachte die Veranstaltung den Besuchern nicht nur die verschiedenen Erscheinungsformen Gottes näher, sondern schulte auch deren Achtsamkeit in Bezug auf dieses wichtige Element, das überall im Alltag anzutreffen ist und ohne das keiner existieren kann. Und vielleicht wird sich der ein oder andere Zuhörer nicht mehr ganz so sehr ärgern, wenn er am Morgen Eis von den Autoscheiben kratzen muss.
“Anspruchsvolle Musik mit Begeisterung”
(Backnanger Kreiszeitung)
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Kantate zum Mysterium des Wassers
(Backnanger Kreiszeitung vom 15.05.2018)
Wassermusik“ von Daniel Stickan in der Christkönigskirche Backnang – Mit scheinbarer Leichtigkeit und professioneller Disziplin.
Muttertag und Kinderchöre – das passt wie die Faust aufs Auge. Meistens trällern die lieben Kleinen einfache, fröhliche Kinderlieder, zur Freude der Verwandten. Und nach einer Viertelstunde ist dann auch gut. Was die katholische Singschule Backnang am Sonntag in der Christkönigskirche in Backnang bot, war ein ganz anderes Kaliber.
BACKNANG. Dass Kinder eine Stunde lang anspruchsvolle Musik mit Begeisterung, scheinbarer Leichtigkeit und doch professioneller Disziplin abliefern können, damit hatten nicht viele gerechnet. Und so war für die meisten Zuhörer in der voll besetzten Kirche die angenehme Überraschung perfekt, wie man auch den durchweg positiven Kommentaren nach Ende der Veranstaltung entnehmen konnte. Unter der musikalischen Leitung von Christiane Schulte wuchsen die Kinder während des Familienkonzerts über sich selbst hinaus. Dabei wurden die Hauptchöre der katholischen Singschule Backnang durch die Allerkleinsten der musikalischen Früherziehung verstärkt.
Auf dem Programm stand die „Wassermusik“ von Daniel Stickan, eine Kantate über die Schöpfung, Aggregatszustände und das Mysterium der Dreieinigkeit. Stickan wurde in Göttingen geboren, der 37-jährige Jazzmusiker und Organist lebt in Niedersachsen und entwickelt neue Formen von Kirchenmusik. Als ganz besondere Überraschung saß er in Backnang selbst an der Orgel und am Klavier und gab den Zuhörern eine kurze Einführung in sein Werk.
Das Thema Taufe inspirierte ihn; Wasser bleibt immer Wasser, auch wenn es in den drei Zuständen flüssig, als Dampf oder in Form von Eis vorkommt. Stickan übertrug dies auf die christliche Lehre von der Dreifaltigkeit Gottes: Vater, Sohn und Heiliger Geist – und doch ist auch hier immer eine Einheit gemeint. Das Wasserthema wurde nicht nur musikalisch sondern auch visuell immer wieder optimal in Szene gesetzt, oft durch ausgewählte Details. Angefangen bei den T-Shirts der über fünfzig Kinder, die alle diversen Blautönen des Meeres symbolisierten bis hin zu den drei großen, durchsichtigen Schalen auf der Bühne, die nach und nach mit Eiswürfeln, luftgefüllten Plastiktüten als Dampfsymbol und klarem Wasser gefüllt wurden.
Wellenartige Bewegung der Kinder – alles bei der Aufführung war im Fluss
Weiße Schnipsel flogen als Schnee durch die Luft, Kunststoffschläuche wirbelten herum und erzeugten Windgeräusche. Alles untermalt von dramatischen Orgelklängen oder fließend-perlenden Klavierakkorden, die sich aufgebrochen zu einer Melodie zusammenfügten. Bühnenbildnerin Stefanie Hübner hatte sehr viel Liebe zum Detail investiert.
Auch im Chor herrschte eine wellenartige Bewegung, die Kinder gingen von der Bühne, kamen zurück – alles war im Fluss. Zwischen den Chorparts las Schauspielerin Juliane Putzmann aus der Genesis und diversen Texten. Leonie Baumgart und Julian Heiser rezitierten das Mysterium der Trinität. Percussionist Jakob Chiari sorgte für Dynamik.
Nach dem Schlussapplaus, zu dem erfreulicherweise auch die technisch Verantwortlichen Hannes Koksch, Max Müller und Matthias Lohse auf die Bühne gebeten wurden, war dann noch eine Zugabe fällig. Bevor sich Daniel Stickan zurück auf den Weg ins heimische Lüneburg machte und sich dort wieder an der Schönheit des Flusses Ilmenau erfreut, erhielt er zum Abschied als kleines Dankeschön eine Flasche hochprozentiges, echt schwäbisches Flusswasser: ein Backnanger Murrwässerle.









